Zum Tod von Großmeister Tran Trieu Quan (Kanada) PDF Drucken
Grandmaster Trân Triêu Quân (9. Dan) Liebe Taekwon-Do Freunde!

Der Vorstand des ITF-D hat bereits einen Artikel auf der ITF-D Webseite veröffentlicht und auch die passenden und einfühlsamen Worte gefunden, die in einem derartigen Moment bewegen.

Als Mitglied des ITF Executive Committee und langjähriger Wegbegleiter möchte ich auch aus meiner Sicht einen Beitrag leisten.
Tran Trieu Quan wurde 2003 in Polen beim ordentlichen Kongress der ITF zum Präsidenten, und damit zum Nachfolger von General Choi Hong Hi, gewählt. Seine Wiederwahl erfolgte 2007 während des 16. ITF Kongresses in seiner Heimatstadt, Quebec City (Kanada) anlässlich der ITF Weltmeisterschaft.
In all diesen Jahren hat er, geprägt durch sein privates und berufliches Leben und seine Erfahrungen in Vietnam (dort ist er gebürtig her) und Kanada (wo er seit Anfang der 70iger Jahre lebte), sich für Gerechtigkeit eingesetzt, da ihm selbst einige Ungerechtigkeiten (durch Widersacher und die vietnamesiche Regierung) widerfahren sind. Das hat ihn stark und hart gemacht, und zwar im positiven Sinne.

Sein Hauptanliegen war es, die ITF nach dem Tod von General Choi und der damit einhergehenden Aufsplittung in drei Gruppen wieder zu alter Stärke und Gemeinschaft zurückzuführen. Jedenfalls kann man mittlerweile belegen, dass „unsere ITF“ seit 2003 einen ständigen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat, während die anderen Gruppierungen Mitglieder verlieren. Besonders am Herzen gelegen hat ihm das Projekt Teaching the Do, für das er sehr viel Zeit und Energie geopfert hat. Beginnend mit 2 stündigen Seminaren (z.B. während der ITF-IIC’s), sollte in diesem Jahr ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, nämlich ein eigenständiges Seminar. Des Weiteren arbeitete er an einem Buchprojekt. Unterstützt wurde er von einigen Mitgliedern der „TKD-Familie“, die hoffentlich sein Werk weiterführen werden.

Großmeister Tran war nicht nur ein guter Techniker (er ist lange Jahre mit General Choi durch die Welt gereist, um Seminare zu geben), er war auch ein erfolgreicher Coach (von ihm betreute Schüler errangen u.a. Weltmeistertitel, z.B. Paul Germain). Als Organisator hat er sich durch die Ausrichtung von zwei Weltmeisterschaften und einem World Cup bewährt und in diesem Jahr sollte der World Cup in Las Vegas, unter seiner Regie, stattfinden.
Vor allen Dingen war er aber auch ein Familienmensch und seine Augen leuchteten immer besonders dann, wenn er von seinen Enkelkindern erzählen konnte.

Wir verlieren mit ihm nicht nur einen Kollegen und Kumpel im Executive Committee, sondern auch einen Freund.  Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie, die bereits eine schlimme Zeit der Ungewissheit (nahezu 5 Wochen) bewältigen musste. Jetzt muss sie auch noch mit der Endgültigkeit des Todes eines geliebten Mannes, Vaters, Großvaters und Bruders zurechtkommen.

Ich wünsche der Familie dafür psychische und physische Kraft!

Paul Weiler